
Druckfrisch! Mein neuer Roman „Stadt unter“ ist bei Textem erschienen!
Taschenbuch, 11 x 18 cm, 178 Seiten, 14.- Euro
© Textem Verlag 2011, ISBN: 978-3-941613-64-5
Gestaltung: Christoph Steinegger/Interkool Cover: Kirsten Heuer
Die Story
Marc macht eine Wasserleiche am Elbufer vor Lauenburg zum Ausgangspunkt für ein Drehbuch zu einem TV-„Tatort“. Daraus wird ein Katalog der Möglichkeiten, der auslotet, wie man um eine fiktive Tote eine Kriminal-Geschichte spinnt. Kunstvoll greifen hier verschiedene Ebenen von Traum, Fantasie und inszenierten (Sprach-)Realitäten ineinander. „Stadt unter" ist ein Roman über das Schreiben, das Sehen und die Täuschung, ist Liebesgeschichte, Mediensatire und Metakrimi gleichermaßen.
Die wechselnden Ebenen von Traum und Wirklichkeit, von nüchterner Drehbuchsprache, Poesie, Alltagsbeobachtungen, inneren Monologen und lächerlich schwülstigen Schwärmereien ergeben ein spannendes Text-Gewebe.
Der Roman sprengt formale Grenzen, Genre-Gesetze, Krimi- und TV-Klischees. Es ist die
humorvolle Dekonstruktion einer Geschichte mit Leiche.
Pressestimmen:
Schwan frisst Skript. Hamburger Fernsehdramen
Ein Drehbuchautor hat eine Schaffenskrise und das in Hamburg. Er scheppert sich so durch die Tage und sucht immer noch nach einer Kriminalstory. Dabei lässt er keine Quelle aus, seine Freunde verwandeln sich zu einem Teil der Geschichte, Artikel aus Zeitungen werden gezielt nach möglichen Krimiereignissen abgesucht und hinter jedem Busch vermutet er eine Leiche oder einen Mörder.
So ist das, wenn man verzweifelt ein Drehbuch schreiben muss, das Fernsehen den Termin festgelegt hat und man sich eigentlich eher verlieben möchte, als an dieser Geschichte nun weiter zu basteln. So fliegt dann das Skript auch aus dem Fenster und wird prompt gefressen von einem Schwan, der auf der Elbe schwimmmt.
Die Versuche gehen dann noch weiter. Wer schon einmal an einer längeren schriftlichen Arbeit gesessen hat, kann das, was da der Hauptperson passiert ist, nachvollziehen.
Ein sehr lebendiger und manchmal auch lustiger, sprachlich oft brisanter Roman, der zunächst als Krimi daherkommt, dann eher eine Schreibkrise und Liebesgeschichte zum Gegenstand der Erzählung hat.
Carsten Klook lebt als Schriftsteller in Hamburg. Vor Stadt unter erschienen bereits andere Romane von ihm.
Birgit Friebel, Letterbox-Pirilamponews, 3. 1. 2012
Angenehm sperriger Krimi mit Wasserleiche: Stadt unter
Psychedelischer Realismus von Carsten Klook
Personen und Handlungen seien frei erfunden. Lauenburg/Elbe diene nur als Kulisse für diese fiktive Geschichte. Das versichert der Einlauftext auf Seite vier. Vorweg: Es macht mehr Spaß, das nicht zu glauben. Faktisch passiert in den folgenden 34 Kapiteln nicht viel. Das meiste spielt sich im Kopf des Protagonisten Marc ab, der während mehrerer Aufenthalte im besagten Städtchen als Drehbuchautor für eine TV-Krimiserie recherchiert. Sprachlich und erzählerisch sich alle Freiheiten nehmend, beschreibt Carsten Klook höchst amüsant und angenehm sperrig das ständige Hadern und Scheitern Marcs auf der Suche nach dem Clou für seine Geschichte: Woher kommt die Wasserleiche? Wer hat sie warum zu einer solchen werden lassen? Wer löst wie den Fall? Marc taucht so tief in seinen Stoff ein, bis die unausgearbeiteten Charaktere im Traum zu ihrem Schöpfer sprechen und die Realitätsebenen verschwinden. Die Rahmenhandlung – sozusagen zum Durchatmen in der echten Wirklichkeit – wird bestimmt von Redakteurin Hilde Brammert, die Marc zur Abgabe des Drehbuchs drängt, und von einer Normopathin namens Jill, mit der Marc anbändelt und die ihm während einer plötzlichen Augenerkrankung beisteht. Klar, dass der Job nicht fertig wird und es schließlich kommt, wie es kommen muss: Genervt vom stockenden Script nimmt der eigentlich fiktive Kommissar Hock die Dinge selbst in die Hand und macht dem Ganzen ein unappetitliches Ende. Der hat Nerven. Aber wer denn jetzt? Der Hock? Der Marc? Der Klook? Ein rundum psychedelisches Vergnügen.
Michele Avantario, Szene Hamburg Dezember 2011
„Die jeweils mehrschichtig verwobenen Handlungsstränge spielen teilweise in Lauenburg, verweben Fiktion und Realität höchst amüsant. Klook überrascht mit neuen Sprach- und Bilderspielen, nimmt Worte und Bedeutungen auseinander. Er verquickt Tagebuch- und Boulevardstil ebenso gekonnt, wie er Rituale, Missverständnisse und Klischees seziert. Der Zuhörer oder Leser fühlt sich oft ertappt – und ist fortlaufend gefordert: Stipendiat Klook kombiniert und phantasiert ohne Scheu, präsentiert fast immer eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte.“ (Eva Albrecht, RZkultur)
„Durch lange, verwinkelte Sätze gekoppelt an bildreiche Vergleiche, die zumindest passagenweise eher an Poesie als an Prosa erinnern, lässt Carsten Klook einen Sog entstehen, der den Zuhörer in seinen Bann zieht.“ (W. Brütt, Lauenburgische Landeszeitung)
„In schier endlos langen Sätzen bedient sich der Autor einer Schreibweise, die von der Fiktion in der Fiktion getragen wird. Durch die Aneinanderreihung von Wiederholungen bekommen seine Dialoge einen beschwörenden, fast hypnotischen Anstrich.“
(U. Dürkop, Lauenburger Rufer)